Die Anhock-Spreiz-Haltung – Warum sie so wichtig ist


Schon von Geburt an nehmen Babys instinktiv die Anhock-Spreiz-Haltung (ASH) ein, sobald sie hochgehoben werden. Dabei ziehen sie die Beinchen an, sodass die Knie etwa auf Bauchnabelhöhe liegen und die Oberschenkel leicht abgespreizt sind. Diese Haltung ist kein Zufall – sie spielt eine entscheidende Rolle in der gesunden Entwicklung von Hüfte und Wirbelsäule.

Natürliche Unterstützung für die Hüfte

Die Hüftgelenke eines Neugeborenen sind noch nicht vollständig ausgereift. Damit sie sich optimal entwickeln können, brauchen sie eine gleichmäßige Belastung. Die Anhock-Spreiz-Haltung sorgt genau dafür: Die Oberschenkelknochen sitzen perfekt in den Hüftpfannen, was das gesunde Wachstum von Knochen und Knorpeln fördert. Wird ein Baby dagegen oft mit herabhängenden Beinen getragen, kann dies das Risiko einer Hüftdysplasie (Fehlbildung der Hüftgelenke) erhöhen. Deshalb empfehlen viele Fachleute das ergonomische Tragen in der ASH, besonders wenn bereits Anzeichen einer Hüftfehlstellung bestehen.

Sanfte Entwicklung der Wirbelsäule

Auch die Wirbelsäule ist bei der Geburt noch nicht vollständig geformt. Anfangs hat sie eine natürliche C-Krümmung, die sich erst im Laufe des ersten Lebensjahres zur doppelten S-Form entwickelt. Beim Tragen in der ASH wird diese Rundung unterstützt, ohne die Wirbelsäule unnatürlich zu strecken oder zu belasten. Gleichzeitig hilft die Bewegung des Trägers dabei, die Muskulatur sanft zu stärken und die Bandscheiben optimal zu formen.

Ein kleiner Merktipp: Die Anhock-Spreiz-Haltung wird auch M-Stellung genannt, weil die Beine und der Po aus der Rückansicht die Form eines großen „M“ ergeben – Fuß, Knie, Po, Knie, Fuß.